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Die Zeche Zollern ist ein (stillgelegtes) Steinkohlen-Bergwerk im Nordwesten der Stadt Dortmund im Stadtteil Bövinghausen. Es bestand bzw. besteht aus zwei Schachtanlagen, die „unter Tage“ zusammenhingen: Die Schachtanlage I/III (dass heißt: die Schächte I und III) in Dortmund-Kirchlinde und die Schachtanlage II/IV in Dortmund-Bövinghausen.

Die Zeche Zollern II/IV ist heute einer von acht Museumsstandorten des dezentral angelegten Westfälisches Industriemuseum|Westfälischen Industriemuseums, das hier seinen Sitz hat. Die Zechenanlage ist Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur (ERIH).

Zollern II/IV ging 1903 in Betrieb und gehört zu den architektonisch bemerkenswertesten Bergwerksanlagen des Ruhrgebietes, sie war als Musterzeche geplant und sollte die wirtschaftliche Potenz und die Modernität der Gelsenkirchener Bergwerks-AG (GBAG) zum Ausdruck bringen. Hinter dem Zechentor erstreckt sich ein großer baumbestandener Platz, der den Betrachter eher an den Ehrenhof eines Schlosses denken läßt als an eine Industrieanlage. Die Gebäude rundum hat der Architekt Paul Knobbe (1867-1956) entworfen, der in jener Zeit einen großen Teil aller Neubauten der GBAG plante. Stilistisch ist diese Architektur an dem Idealbild der norddeutschen Backsteingotik orientiert, die roten Mauern werden durch Formsteine, Zierverbände und helle Putzfelder aufgelockert. Nicht weniger aufwändig ist auch das Innere der Lohnhalle gestaltet, das nach einer langen Zeit der Zweckentfremdung erst vor wenigen Jahren - wie alle Gebäude - sorgfältig restauriert wurde.

Tatsächlich war die Schachtanlage insgesamt jahrzehntelang ohne größere Veränderungen (wie sie eigentlich bei Zechen normal sind) geblieben, nur einzelne, verschlissene oder nicht mehr benötigte Teile der Anlage waren abgebrochen, verschrottet oder ersetzt worden. Ende der 1960er Jahre, als nach der Stilllegung ein vollständiger Abriss der Anlage zu befürchten war, erregte dann endlich das spektakulärste Gebäude der ganzen Anlage die Aufmerksamkeit der frühen Industriedenkmalpflege. Die zentrale Maschinenhalle der Zeche war nämlich seinerzeit nicht mehr in massiver Bauweise (wie zunächst von Knobbe geplant) ausgeführt worden, sondern in der Hoffnung auf schnellere Fertigstellung als eine mit Backstein ausgefachte Eisenfachwerk-Konstruktion. Vorbild war die Ausstellungshalle der Gutehoffnungshütte auf der Rheinisch-Westfälischen Industrie- und Gewerbeausstellung Düsseldorf 1902, in der auch die elektrische Fördermaschine für den Schacht II (vor ihrer endgültigen Montage in Bövinghausen) ausgestellt wurde. Wie bei der Düsseldorfer Halle sorgte der Berliner Architekt Bruno Möhring (1863-1929) für die „Ausschmückung“ der Maschinenhalle mit Details in Jugendstilformen, als deren Höhepunkt der Haupteingang mit farbiger Verglasung und einem geschwungenen Vordach (ähnlich den Pariser Metrostationen von Hector Guimard) gelten konnte. Das Vordach ist wohl schon in den 1930er Jahren nach einem Schaden abgebrochen worden, aber andere Einzelheiten ziehen noch heute den Betrachter in ihren Bann.

Wenn auch der Jugendstil für ein Industriebauwerk insgesamt eher ungewöhnlich war, so gab bzw. gibt es doch einige Beispiele für seine Verwendung im Zusammenhang mit Bauten der Elektrizität (z.B. Kraftwerk Heimbach-Hasenfeld in der Eifel) oder modernen Eisenkonstruktionen (z.B. bei der Berliner U-Bahn). Die Maschinenhalle erfüllt beide Kriterien: Sie war eine moderne Eisenkonstruktion und sie beherbergte fortschrittliche Elektrotechnik, als auf anderen Zechen noch ohne Elektrizität gearbeitet wurde.

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