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Der Weiherberg liegt über dem ehemaligen Kloster Christgarten im Kartäusertal, etwa 13 Kilometer westlich von Nördlingen in Bayerisch Schwaben. Der Berg war mindestens seit der späten Bronzezeit besiedelt und wurde im 10. Jahrhundert n.Chr. zu einer großen Ungarnschutzburg ausgebaut.

GeschichteBearbeiten

Das Burgareal wurde 1937 (E. Frickhinger) archäologisch untersucht. Hierbei fanden sich Siedlungsspuren der späten Hügelgräberbronzezeit, der Urnenfelderkultur und der frühen Latènezeit.

Eine Holzkohleschicht mit tausenden verbrannter Tierknochen wird als urnenfelderzeitlicher Brandopferplatz gedeutet.

Die ältesten Befestigungsreste weisen ebenfalls auf die Urnenfelderzeit. Diese Befestigungen wurden in der Latènezeit erweitert.

Die kleine Verschanzung an der Nordostkante des Bergplateaus wird als Burgstelle (Birg) karolingischer Zeitstellung angesehen, eine ganz ähnliche Anlage liegt in der Nähe auf dem Mühlberg. Solche Kleinburgen dienten wahrscheinlich in Notzeiten als Zufluchtsort für im Tal liegende Höfe.

Während der Ungarneinfälle in der ersten Hälfte des 10.Jahrhunderts wurde der Berg zu einer der größten Schutzburgen im Gebiet des Bistums Augsburg ausgebaut. Im Süden legte man dem älteren Hauptwall die – für Ungarnwälle typischen - gestaffelten Reiterannäherungshindernisse vor.

Heute liegt der Weiherberg vollständig innerhalb eines privaten Wildgeheges, ist aber frei zugänglich.

Beschreibung=Bearbeiten

Die Befestigungsreste umlaufen das gesamte Plateau des, etwa 600 Meter hohen Bergmassives. Der Höhenunterschied zum Karthäusertal beträgt knapp 100 Meter. Die umwallte Fläche ist ungefähr 10 Hektar (ca. 450 x 320 m) groß. Der Berg ist an drei Seiten durch die natürlichen, felsigen Steilhänge gut geschützt.

Die flachere Südseite wurde durch einen 432 Meter langen Wall gesichert, der im Westen auf 130 Meter dem Rand einer Geländemulde folgt. Hier ist auf 100 Meter ein, bis zu fünf Meter tiefer Graben vorgelagert, dazwischen verläuft eine Berme. Nach Osten zieht sich der Wall den Hang hinauf zur Hochfläche, wo er bogenförmig bis zum östlichen Steilhang weiterläuft. Die Wallhöhe beträgt außen bis zu 4,5 Meter, nach innen noch etwa 3,8 Meter. Zwei der drei Wegdurchbrüche sind modernen Ursprungs, die westliche Walllücke könnte das ehemalige Haupttor markieren. Der Wallverlauf weicht hier beidseitig etwas zurück.

Der westliche Hang ist nach einem, an den Hauptwall anschließenden Felsmassiv durch zwei, künstlich abgesteilte Hangkanten bewehrt. Die untere Befestigungslinie trifft wieder auf ein Felsmassiv im Norden, die obere zieht sich bis zur „Birg“ im Nordosteck. Die steile Ostseite dürfte wohl nur einen Palisadengürtel getragen haben.

Bei der Grabung Frickhingers kamen auf dem Hauptwall die Reste zweier Trockenmauern in Lehmbettung zum Vorschein. Die jüngere Mauer sitzt auf dem Schutt der älteren, beide wurden durch senkrechte Pfostenstellungen stabilisiert.

Dem Hauptwall legte man während der Zeit der Ungarnkriege an den gefährdeten Stellen aufwändige Reiterannäherungshindernisse vor. Vor dem Hauptgraben wurde ein zweiter, flacher Sohlgraben ausgehoben. Senkrecht vor den Außengraben warf man 27, etwa 8 Meter lange Erdriegel auf, die wohl mit Spitzpfählen bewehrt oder mit Dornengestrüpp bewachsen waren. Davor wurden 47 weitere, kurze Erdbuckel angelegt. Solche Annäherungshindernisse machten es den asiatischen Reiterkriegern unmöglich, den Hauptwall direkt anzugreifen. Im Idealfall wurden sie zum Absitzen gezwungen. Diese Erdrippen, Gräben und Wolfsgruben sind ein besonderes Kennzeichen der großen Ungarnschutzburgen im Gebiet der Bischöfe von Augsburg und den anschließenden Gebieten.

Der Hauptwall des Weiherberges ist aber nicht als klassischer Ungarnwall anzusprechen, da hier eine ältere Befestigungsanlage nur modernisiert und den neuen Erfordernissen angepasst wurde.

WeblinksBearbeiten



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