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Die Staatsgalerie Stuttgart wurde 1843 als Museum der Bildenden Künste eröffnet. Erst 1984 jedoch, mit dem Bau der Neuen Staatsgalerie, gestaltet durch den Architekten James Stirling, stieg sie von einem eher provinziellen Kunsthaus zu einem der führenden europäischen Museen auf.


Alte Staatsgalerie Bearbeiten

In der klassizistischen Alten Staatsgalerie war ursprünglich neben den Kunstsammlungen auch die königliche Kunstschule untergebracht. Der ursprünglich dreiflügelige Bau wurde 1881-1887 nach hinten um zwei Flügel erweitert. 1944 wurde der Bau durch Bombenangriffe völlig zerstört, ab 1946 wieder aufgebaut und 1958 neu eröffnet.

Die Alte Staatsgalerie beherbergt unter anderem folgende Sammlungen:

  • Altdeutsche Malerei 1300-1550
  • Italienische Malerei 1300-1800, mit den berühmten Erbachschen Apokalypsentafeln, die von manchen Forschern Giotto di Bondone zugeschrieben werden, Gemälden von Fra Angelico, Vittore Carpaccio, Annibale Carracci, Mattia Preti, Giuseppe Maria Crespi, Giovanni Paolo Pannini, Sebastiano Ricci, Antonio Canaletto und nicht zuletzt mit dem genialen Entwurf von Giambattista Tiepolo für das barocke Deckengemälde in der Würzburger Residenz.
  • Niederländische Malerei 1500-1700, unter anderem mit Werken von Peter Paul Rubens und Rembrandt van Rijn
  • Deutsche Malerei des Barock
  • Kunst 1800-1900, unter anderem mit Gemälden von Caspar David Friedrich, Anselm Feuerbach, und der Impressionisten Edouard Manet, Pierre-Auguste Renoir, Camille Pissarro, Claude Monet und Paul Cézanne.
  • Umfangreiche grafische Sammlungen aus allen europäischen Ländern und Kunstepochen seit dem Mittelalter.

Neue Staatsgalerie Bearbeiten

Am 9. März 1984 wurde die Neue Staatsgalerie, der Erweiterungsbau zur Alten Staatsgalerie eingeweiht. Die Architektur des Baus, gestaltet von James Stirling (Architekt)|James Stirling, erschütterte sowohl das Fachpublikum als auch die breite Öffentlichkeit. Von schärfster Ablehnung bis zu heller Begeisterung waren alle Reaktionen vertreten. Die internationale Fachpresse reagierte überwiegend positiv, aber führende Architekten wie Frei Otto und Architekturkritiker wie der Österreicher Friedrich Achleitner warfen Stirling die Monumentalität und die vielen historischen Zitate in seinem Bau vor - damals ein Tabubruch, weil die deutsche Architektur der Nachkriegszeit, in Abgrenzung zur Architektur der Nationalsozialisten, allem Monumentalen und Historisierenden aus dem Wege ging.

Als Stirling gefragt wurde was es mit dem, für viele als aufdringlich empfundenen, hellgrünen Fussboden im Eingangsbereich auf sich hätte antwortete er schlicht: "I like it!", was wohl auf die Mentalität des Briten schließen lässt.

Stirling konterte seinerzeit: Wir hoffen, dass der Bau ... monumental geworden ist, weil Monumentalität in der Tradition öffentlicher Bauten liegt. Aber ebenso hoffen wir, dass er informell und 'populistisch', volkstümlich, geworden ist (Zitiert laut Sonderdruck der Stuttgarter Zeitung / Stuttgarter Nachrichten vom 4. März 2004).

Stirlings Hoffnung ging in Erfüllung: Sein Bau wurde populär, die Stuttgarter sind zum überwiegenden Teil stolz auf "ihre" Staatsgalerie, und die Besucherzahlen stiegen im ersten Jahr nach der Eröffnung auf Platz 2 der deutschen Besucherstatistik.

In der Neuen Staatsgalerie sind Werke des 20. Jahrhunderts ausgestellt: Von Pablo Picasso über Oskar Schlemmers Triadisches Ballett bis Joseph Beuys sind praktisch alle vertreten, die in der westlichen Kunst des 20. Jahrhunderts Rang und Namen haben - viele von ihnen mit weltbekannten Werken ersten Ranges.

Die Plastik "Die Liegende" von Henry Moore wurde 1985 vor dem Haupteingang installiert.

Weblink Bearbeiten

Staatsgalerie Stuttgart, offizielle Homepage



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