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Das Kloster Wienhausen ist eines der sechs Lüneburger Klöster.

Die dort lebenden Konventualinnen pflegen die zahlreichen vorhandenen Kunstschätze und bieten Führungen an. Das Kloster ist bekannt für seine Sammlung wertvoller Bildteppiche aus dem 14. und 15. Jahrhundert, die jedes Jahr ab dem Freitag nach Pfingsten in einer Sonderausstellung zu sehen sind. Es handelt sich bei diesen Teppichen um gotische Bildteppiche, die sowohl christliche als auch weltliche Themen behandeln; dargestellt sind zum Beispiel die Tristansage, verschiedene Heiligengeschichten (Thomas, Anna und Elisabeth)sowie der Spiegel des menschlichen Heils.

Sehr hervorhebenswert ist auch der Nonnenchor des Klosters, der im 14. Jahrhundert fertig gestellt wurde. Die Decke sowie die Wände sind mit gotischen Malereien verziert, dargestellt u.a. die Schöpfungsgeschichte und Leben, Leiden und Sterben Jesu. 1952 wurden die Eichenbohlen unter dem Gestühl der Nonnen entfernt, um elektrische Leitungen zu legen. Bei diesen Arbeiten wurden seltene und wertvolle Gegenstände gefunden, die sowohl christlichem als auch heidnischem Glauben zugeschrieben werden können, zu erwähnen sind hier auch die Nietbrillen aus dem 14. und 15. Jahrhundert.

Seit dem Jahr 2000 sind die Teppiche sowie die bedeutenden Fundstuecke aus dem Nonnenchor während der Hauptsaison auch mit Audiophon (auch in englischer, französischer und spanischer Sprache) zu bestaunen. Führungen durch das Kloster können auch in Fremdsprachen (englisch, französisch und spanisch) sowie in Plattdeutsch gebucht werden.

GeschichteBearbeiten

Das Kloster wurde ca. 1230 von Agnes von Landsberg ca. 15 km von Celle entfernt in Wienhausen an der Aller gegründet. Nach der Wienhäuser Chronik gab es schon vorher ein Kloster einige Kilometer entfernt, welches dann wegen seiner Lage in einem Sumpfgebiet nach Wienhausen verlegt wurde. Sicher belegt werden kann das allerdings nicht.

1233 wurde die Klostergründung in Wienhausen von Bischof Konrad II. offiziell bestätigt und ihm die seit Mitte des 11. Jahrhundert dort gelegene Archidiakonatskirche mit allem Grundbesitz und den Zehnten in mehreren Dörfern übertragen. Die Nonnen im Kloster lebten nach den Regeln der Zisterzienser.

Im 16. Jahrhundert führte Herzog Ernst von Braunschweig-Lüneburg die Reformation in seinem Herzogtum ein. Das Kloster wurde - gegen den Widerstand der Klosterdamen - in ein evangelisch-lutherisches Frauenkonvent verwandelt. 1587 wurde offiziell die erste evangelische Äbtissen eingesetzt, nachdem der Herzog 1531 durch Abriss der Propstei und aller Kapellen (mit Ausnahme der Allerheiligenkapelle) und durch Einzug des Probsteiguts die Gegenwehr der Damen gebrochen hatte. Die zerstörten Gebäude wurden 19 Jahre später im Fachwerkstil wiederaufgebaut. Es wird jedoch berichtet, dass noch viele Jahre lang heimliche katholische Gottesdienste abgehalten wurden.

Das Kloster wird heute von der Klosterkammer in Hannover verwaltet.

WeblinksBearbeiten



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