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Die Henrichshütte wurde 1854 in Hattingen gegründet und erhielt auf Anregung des ersten Hüttendirektors Carl Roth ihren Namen nach Graf Henrich zu Stolberg-Wernigerode (1772-1854). Sie war eines der traditionsreichsten Eisenhüttenwerke des Ruhrgebietes und wurde beginnend im Jahre 1987 stillgelegt (1987 Hochofen 3 und Walzwerk, 1993 Stahlwerk, 2003 Schmiede).

Die Henrichshütte war der Hauptarbeitgeber in Hattingen. Bis zu 10.000 Arbeiter produzierten hier Eisen und Stahl. Das Unternehmen trug mit der Gründung von Arbeitersiedlungen (Gartenstadt Hüttenau, Müsendrei und anderen) auch bedeutend zur Entwicklung des heutigen Hattinger Stadtteils Welper bei.

Die StilllegungBearbeiten

Gegen den erbitterten Widerstand wurde 1987 im Zuge des allmählichen Niedergangs der Kohle- und Schwerindustrie im Ruhrgebiet der letzte Hochofen der Henrichshütte stillgelegt. Der letzte Abstich fand am 18. Dezember 1987 statt.

Auch der Neubau 1979/1980 der heute nun völlig überdimensionierten „Kosterbrücke“ über die Ruhr (Fluss)|Ruhr zur Verbesserung der Verkehrsanbindung konnte dies nicht verhindern.

Für Hattingen war es eine große Aufgabe, diesen Strukturwandel zu vollbringen. Dabei muss man sich vor Augen führen, dass durch den Schwund der Kaufkraft und Abwanderungen aus der Stadt und Verlust auch der gesamte Einzelhandel vorübergehend in die Krise gezogen wurde.

Über Umschulungsprogramme usw. hinaus gab es auch soziale Programme: Seniorenstudiengänge in Dortmund und Bochum, eine Arbeitsgruppe zur Renovierung eines Segelschiffs, eine Zeitschrift (W.I.R. „Wir im Ruhestand“), eine Trachtengruppe. Man befürchtete (zurecht), dass es zu Spannungen in den Ehen kommt (mit erheblichen Problemen bis hin zu Scheidungen und Obdachlosigkeit), wenn insbesondere ältere Arbeitnehmer, die keine neue Arbeit finden konnten, nach Jahrzehnten regelmäßiger Erwerbstätigkeit plötzlich den ganzen Tag zu Hause ohne Beschäftigung verbringen.

Heute ist das 70.000 m² große Gelände der Henrichshütte (altlastensaniert) neben einigen neuen Gewerbeansiedlungen und neuen Parkflächen einer der sieben Standorte des Westfälischen Industriemuseums und Teil der Route der Industriekultur.

Auf dem Gelände stellte der Bildhauer Zbigniew Frączkiewicz 1996 seine Plastiken Menschen aus Eisen aus. Drei der Eisenmänner stehen nun vor der Stadtmauer Hattingens.

Das 60 m hohe Gebäude des Blasstahlwerkes, ein Wahrzeichen der Stadt Hattingen, wurde am 23. Januar 2005 um 10:06 Uhr vor den Augen von 2.500 Zuschauern, darunter vielen ehemaligen Mitarbeitern, mit 40 kg Sprengstoff gesprengt. Aus Kostengründen war es nicht möglich gewesen, das Stahlwerk als Industriedenkmal zu erhalten.

Der Gasometer wurde bereits 1994 gesprengt.

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