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Das Heinz Nixdorf MuseumsForum (HNF) in Paderborn ist das größte Computermuseum der Welt (Stand 2005).

Es ist benannt nach dem Paderborner Computerpionier und Wirtschaftsunternehmer Heinz Nixdorf.

Das Museum wurde am 24. Oktober 1996 in einem ehemaligen Verwaltungsgebäude der Nixdorf Computer AG eröffnet und lockt seitdem über 100.000 Besucher jährlich an. Es wird getragen von der Stiftung Westfalen.

Ausstellung Bearbeiten

Das Museum präsentiert in seiner Dauerausstellung 6200 Jahre Geschichte der Informations- und Kommunikationstechnik. In einer historischen Zeitreise wird der Bogen gespannt von der Entstehung der Schrift in Mesopotamien um etwa 4200 vor Christus bis zu Internet, künstlicher Intelligenz und Robotik. Auf 6000 Quadratmetern sind 2000 Exponate zu sehen.

Die Exponate sind auf zwei Etagen organisiert.

Erstes Obergeschoss Bearbeiten

Im ersten Obergeschoss findet der Besucher die historischen Themen. Der Hintergrund der Informatik als Lehre von der automatischen Verarbeitung von Information, die in der Erfindung der Computer mündet, wird hier grundsätzlich beleuchtet. Information in Form von Schrift, Sprache und Mathematik wird hier in allen drei Aspekten aufgegriffen.

Themen sind:

  • Die Entstehung der Schrift: von mesopotamischen Tonkugeln über Keilschrift und Hieroglyphen bis hin zum klassischen Buchdruck und der Linotype. Eine beginnende Automatisierung wird mit der Einführung der Schreibmaschine beschritten.
  • Rechnen und Rechenmaschinen: vom Abakus über Rechenstäbchen zu den Rechenautomaten von Pascal und Leibniz bis hin zu deren moderneren Ausprägung Sprossenrad-Rechenmaschinen. Ebenso ist eine Sammlung von Registrierkassen als Anwendung der Rechenmaschinen ausgestellt.
  • Historie der Telegrafie: beginnend mit dem ersten Telegraph von Morse über frühe Telefonie bis hin zu einer Vermittlungsstelle mit Hebdrehwählern.

Die beginnende Konvergenz der verschiedenen Technologien wird konsequent in den Ausstellungsstücken zur Büroautomatisierung aufgegriffen, allen voran mit Geräten aus dem Haus des IBM-Vorgängers Hollerith. Es bleibt aber ebenfalls Raum für Exoten wie den "Schachtürken", eine mechanische Webstuhlsteuerung und die frühen Computer wie ENIAC oder die Systeme von Konrad Zuse|Zuse.

Ein besonderer Bereich bleibt hier auch der Kryptographie vorbehalten, in dem von frühen Chiffren aus der Antike bis zur Enigma die Geschichte der Verschlüsselung vorgestellt wird.

Zweites Obergeschoss Bearbeiten

Im zweiten Obergeschoss finden sich dann die moderneren Ausprägungen der Computer.

Hier ist die Sortierung weniger zeitlich als thematisch gehalten. Die Themen sind hier ebenfalls breit gefächert und decken die gesamte Palette vom Heimcomputer und Videospiel bis zum Supercomputer mit vielen ihrer Anwendungen ab.

Der Einstieg wird mit frühen Computern und der Entwicklung von der Röhre über das Relais hin zu Transistor-basierten Systemen gemacht. Eine eigene Abteilung widmet sich später dem Mikroprozessor und seiner Fertigung.

Dem PC als wichtigen Schritt hin zur umfassenden Verfügbarkeit als Bürogerät wird ebenso ein Bereich gewidmet, wie den Systemen der mittleren Datentechnik. Der Schritt vom PC zum Homecomputer wird mit einer kompletten Sammlung von Klassikern wie zum Beispiel dem Altair 8800, Apple Lisa oder TI 99-4A dokumentiert.

Schmuckstücke sind ebenfalls die Supercomputer von Cray und Parsytec.

Beeindruckend sind die Exponate zu aktuellen Themen wie Robotik, neuen Medien, Wearable Computing und neuronale Netze.

Das besondere an der Ausstellung ist, dass zu allen Themen und Zeiten immer wieder, neben den reinen Exponaten und den sehr ausführlichen Erläuterungen, Experimente, Aufgaben und Beispiele in die Ausstellung integriert sind, die dem Besucher die Möglichkeit zu eigenen Erfahrungen und zum Ausprobieren geben.

Besonderheiten Bearbeiten

Ein umfangreiches Veranstaltungsangebot ergänzt die Dauerausstellung. Vortragsreihen, Diskussionen und Kongresse thematisieren Fragen der Informationsgesellschaft. Neu im HNF ist das Business Forum, eine Weiterbildungs- und Qualifizierungsplattform in den Bereichen Technologietrends, E-Business und Kompetenzentwicklung. In Programmen der Museumspädagogik können Kinder u.a mit dem Abakus rechnen, Geheimschriften lernen oder Roboter bauen. Führungen finden zu zahlreichen Themen statt.

Der WDR Computerclub sendete drei Sondersendungen mit dem Namen WDR-ComputerNacht live aus dem HNF. Diese Sendungen wurde jeweils an einem Wochenende am Jahresende der Jahre 1998, 1999 und 2001 veranstaltet.

Seit 2001 ist das MuseumsForum jährlicher Austragungsort der RoboCup German Open.

Weblinks Bearbeiten



Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Heinz Nixdorf MuseumsForum aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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