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Das Heidelberger Schloss ist das Wahrzeichen der Stadt Heidelberg und die berühmteste Ruine Deutschlands.

Seit seiner Zerstörung wurde das Schloss nur teilweise restauriert. Es steht 80 Meter über dem Talgrund am Nordhang des Königstuhl (Odenwald)|Königstuhls und dominiert von dort das Bild der Altstadt.

Geschichte Bearbeiten

Das Heidelberger Schloss war das Residenzschloss der Pfalzgrafen und Kurfürsten bei Rhein. Im Badisch-Pfälzischer Krieg|Badisch-Pfälzischen Krieg 1462 setzte Kurfürst Friedrich I. (Pfalz)|Friedrich I. von der Pfalz den Markgrafen Karl I. (Baden)|Karl I. von Baden, den Bischof Georg (Baden)|Georg von Metz und den Grafen Ulrich V. (Württemberg)|Ulrich V. von Württemberg auf Schloss Heidelberg fest und ließ sie erst nach einer stattlichen Lösegeldzahlung frei.

1693 wurde das Schloss im Pfälzischer Erbfolgekrieg|Pfälzischen Erbfolgekrieg durch französische Truppen so stark beschädigt, dass man die Residenz schließlich nach Mannheim verlegte.

Schlossgebäude Bearbeiten

Das Schloss ist nach einem niedergebrannten Vorläufer (einer richtigen Burg) auf Höhe der heutigen Molkenkur als massive Festung am tiefer gelegenen Hang errichtet worden. Das Tal verengt sich unterhalb und kann dadurch gut "beherrscht" werden. Erst nach und nach wurde daraus von Generation zu Generation eine schönere Ansammlung großzügiger Wohngebäude.

Charles de Graimberg, ein durch die Revolution vertriebener französischer Adliger, hat es in der Romantik dann erst zu dem gemacht, was es heute ist (s. unten). Eine wunderschöne Ruine, besonders im Schein der Abendsonne im Sommer.

Die Altstadt kam erst lange danach. Zunächst gab es eine Berg-Stadt für Bedienstete und Beamte am Hangweg ins Tal entlang.

Im Folgenden betrachten wir vom Innenhof der Reihe nach die Fassaden der einzelnen Bauteile (siehe histor. Grundriss 1888 rechts).

Ruprechtsbau Bearbeiten

Der Ruprechtsbau gehört zu den ältesten Gebäuden des Heidelberger Schlosses. Er wurde erbaut von Kurfürst Ruprecht I. (HRR)|Ruprecht III., der zu Beginn des 15. Jahrhunderts deutscher König war und um diese Zeit mit dem Bau der bis heute noch erhaltenen Teile des Heidelberger Schlosses begann.

Im Inneren des Ruprechtsbaus befindet sich ein opulenter Renaissance-Kamin, eines der wenigen Elemente der Innenausstattung, die noch heute erhalten sind.

Bibliotheksbau Bearbeiten

Der Bibliotheksbau (früher irrtümlich auch: Rudolfsbau) befindet sich zwischen dem Ruprechtsbau und dem Frauenzimmerbau. Er ist im spätgotischen Stil gehalten und wurde von Kurfürst Ludwig V. (Pfalz)|Ludwig V. zwischen 1520 und 1544 errichtet. Der schönste noch erhaltenen Teil des Gebäudes ist der Erker zum Hof im Obergeschoss.

Frauenzimmerbau Bearbeiten

Vom Frauenzimmerbau ist nur noch das Erdgeschoss erhalten. Errichtet wurde er unter Ludwig V. (Pfalz)|Ludwig V. in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Vermutlich lebten die Hofdamen hier, welche ihre Zimmer in den Obergeschossen des Frauenzimmerbaus hatten. Im Erdgeschoss befand sich der Königsaal, der für Festlichkeiten aller Art genutzt wurde.

Im Pfälzischen Erbfolgekrieg brannte der Frauenzimmerbau nieder und erhielt unter Kurfürst Karl Theodor das heutige Notdach. In den 1930er Jahren wurde das Parterre wieder hergerichtet und dient seitdem der Stadt Heidelberg als Festsaal für Veranstaltungen aller Art.

Fassbau Bearbeiten

Der Fassbau wurde eigens für das berühmte Große Fass durch Johann Casimir von 1589 bis 1592 errichtet. Es ist an den Königsaal angeschlossen, so dass bei Feierlichkeiten möglichst direkter Zugang zu den Weinvorräten des Fasses bestand.

Friedrichsbau Bearbeiten

Friedrich IV. ließ den Friedrichsbau von 1601 bis 1607 errichten, nachdem das zuvor an dieser Stelle sich befindliche Wohngebäude mit der Schlosskapelle einzustürzen drohte. Johannes Schoch war der Architekt des Bauwerks. In die Hoffassade des Friedrichsbaus sind Statuen der Ahnen der Kurfürsten eingearbeitet. Bildhauer dieser Ahnengalerie des Bauherrn war Sebastian Götz aus Chur. Der Friedrichsbau ist der erste Palast des Schlosses, der auch mit einer repräsentativen Fassade zur Stadtseite hin errichtet wurde.

Im Erdgeschoss des Bauwerks befindet sich die Schlosskirche, welche noch heute unbeeinträchtigt erhalten ist. Die Obergeschosse des Gebäudes wurden als Wohnraum genutzt.

Gläserner-Saalbau Bearbeiten

Der Gläserne Saalbau wurde durch Kurfürst Friedrich II. (Pfalz)|Friedrich II. errichtet. Seinen Namen hat das Gebäude von dem mit venezianischem Spiegelglas verzierten Saal im Obergeschoss. Zum Hof hin weist das Gebäude sehr stämmige Renaissance-Arkaden auf, in den Arkadengängen jedoch spätgotische Gewölbe. Die der Stadt zugewandte Nordseite des Bauwerks ist völlig schmucklos, die Ostseite ist mit einem kleinen gotischen Erker geschmückt und besaß wie der hofseitige Erkervorbau einen verzierten Giebel.

Ottheinrichsbau Bearbeiten

Der Ottheinrichsbau wurde unter Kurfürst Ottheinrich erbaut, nachdem dieser 1556 Kurfürst geworden war. Der neue Palast war das erste Renaissancebauwerk auf deutschem Boden.

Ludwigsbau Bearbeiten

Der Ludwigsbau wurde 1524 durch Ludwig V. errichtet und diente als Wohnbau. Er ersetzte ein älteres Bauwerk, dessen Mauern teilweise für den Ludwigsbau weiterverwendet wurden. Der gotische Staffelgiebel, der die Südwand abschloss, ist heute nicht mehr vorhanden.

Englischer BauBearbeiten

Der Englische Bau entstand unter Kurfürst Friedrich V. Dieser Name verweist auf Elisabeth Stuart, die britische Gattin Friedrichs V. Der Architekt ist unbekannt. In Frage kommen Salomon de Caus und Inigo Jones, die beide mit Elisabeth nach Heidelberg kamen.

Der Englische Bau - heute eine Ruine - ist das letzte Großgebäude in der Geschichte des Heidelberger Schlosses. Er wurde aus Platzgründen außerhalb des Schlossgevierts angelegt und befindet sich zwischen dem Dicken Turm und dem Fassbau. Unterhalb vom Englischen Bau verläuft die große Rittertreppe.

Dicker TurmBearbeiten

Der Dicke Turm gehört zu den unter Kurfürst Ludwig V. errichteten Befestigungsanlagen des Schlosses. Er war fast vierzig Meter hoch, seine Mauern hatten eine Stärke von sieben Metern bei einem Gesamtdurchmesser von 28 Metern. Dennoch konnten diese starken Mauern gesprengt werden. Die Bruchlinien verlaufen dort, wo das Mauerwerk zum Beispiel durch Schießscharten durchbrochen war. Auffällig ist außerdem, dass der Buntsandstein nicht so widerstandsfähig war wie der Mörtel, der die Sandsteinquader verband.

AltanBearbeiten

Der Altan (die heutige Besucherterrasse) über dem Fassbau, der so genannte „Balkon der Fürsten“ bietet einen guten Blick über das Neckartal, die Stadt Heidelberg und den gegenüber liegenden Heiligenberg mit dem Heidelberger Philosophenweg.

Schlossgarten Bearbeiten

Der Schlossgarten hatte den lateinischen Namen Hortus Palatinus (= pfälzischer Garten) und ist das Gegenstück zum Stückgarten am Ostflügel des Schlosses. Er wurde im Auftrag des Kurfürsten Friedrich V. durch Salomon de Caus angelegt und erweiterte das so genannte Hasengärtlein, den spätmittelalterlichen Burggarten. Als Friedrich zum König von Böhmen gewählt wurde, und seine Residenz nach Prag verlegte, wurden die Arbeiten am Hortus Palatinus eingestellt. Durch ein Gemälde des Barockgartens sind Form und Anlage der Parterres überliefert.

Große GrotteBearbeiten

Im hinteren Bereich des Schlossgartens befindet sich eine Grotte, vor der Brunnen mit Wasserspielen sind. Dieser Bereich erinnert am stärksten an den ehemaligen Hortus Palatinus. Die Räume der Grotte wurden in den Fels gesprengt und mit Muscheln und Korallenzinken belegt. Unter den vielen Wasserspielen soll es einen Springbrunnen gegeben haben, der eine goldene Kugel balancierte. Im Jahr 1770 wurden Teile der Grotte abgebrochen und ins Schwetzinger Schloss gebracht.

Vor der Großen Grotte befindet sich eine liegende Figur des Vater Rhein inmitten einer Brunnenanlage, dem Neptunweiher.

Goethe-BankBearbeiten

Die Goethe-Bank erinnert an Johann Wolfgang Goethe, der im September 1815 hier sein berühmtes Ginkgo-Gedicht verfasste. Es ist überliefert, dass sich Goethe mit Freunden die Blätter des Ginkgobaumes betrachtete und über die Form dieser Blätter fachsimpelte.

Große ScheffelterrasseBearbeiten

Auf der Großen Scheffelterrasse gegenüber der Schlossanlage war ein Gartenhaus geplant, das allerdings nicht zur Ausführung kam. Auffällig ist die Terrassenbefestigung in Form einer 20 Meter hohen Bogenkonstruktion. Durch diese Anlage konnte der Garten am Friesenberg erweitert werden.

BäderterrasseBearbeiten

Die Bäderterrasse liegt an der südlichen Hangbefestigung und zeigt neben einem Fischzuchtbecken und einem Gärtnerhaus nur noch Reste der einstigen Baderkammern und Heizräume.

StückgartenBearbeiten

Der Stückgarten bildet die Westterrasse des Schlosses. Ursprünglich war diese Anlage von Kurfürst Ludwig V. zur Aufstellung von Kanonen eingerichtet worden. Indem Friedrich V. diesen Bereich in einen Lustgarten umwandeln ließ, schwächte er die Verteidigungskraft des Schlosses. Das Lustwandeln durch den umgestalteten Stückgarten war ein hochherrschaftliches Vergnügen bedeutete, zu dem es den effektvollen Zugang durch das Elisabethentor gab. Der Stückgarten, der nicht zum Hortus Palatinus gehörte, wandelte seinen Charakter. Der Stückgarten wurde erst im 19. Jahrhundert in die Gesamtanlage miteinbezogen. In der Höhe des Elisabethentors schloss ihn ein Vogelhaus gegen die Schlosszufahrt ab. Eine Allee lief auf den Englischen Bau zu und Zierbeete bedeckten die Gartenfläche.

ElisabethentorBearbeiten

Den Eingang zum Stückgarten bildet das Elisabethentor. Es ist neben dem Englischen Bau und dem Theater im Dicken Turm eine der Umbauten, die Friedrich V. zu Ehren seiner Gemahlin Elisabeth vornehmen ließ.

Das Elisabethentor wurde im Stil eines Triumphbogens errichtet ist und ist das erste Monument des Barock auf dem Heidelberger Schloss. Architekt des Tors war Salomon de Caus, einer der beiden Architekten, die mit Elisabeth nach Heidelberg gekommen waren. Die vier Säulen sind als Baumstämme dargestellt, um die sich Efeu rankt. Im Laub ist allerlei Getier versteckt: Frosch, Käfer, Schnecke, Eidechse oder Eichhörnchen.

KasemattenBearbeiten

Die Kasematten (vor Artilleriebeschuss geschützte Gewölbe im Festungsbau) aus der Zeit nach dem Dreißigjährigem Krieg sind Reste der erwähnten Festung. In speziellen Führungen kann nachgeprüft werden, ob die Sage stimmt, dass ein Fluchtweg für den Belagerungsfall existierte.

SchlossbeleuchtungBearbeiten

Die mehrfach im Jahr statt findende Schlossbeleuchtung, ein Feuerwerk, in dessen Mittelpunkt das Schloss steht, ist auch eine Inszenierung der Zerstörung des Schlosses im Jahr 1693 während des Pfälzischen Erbfolgekriegs. Die Schlossbeleuchtung ist ein Anlass, zu dem viele in Heidelberg stationierte US-Soldaten in die Stadt kommen und auf den Neckarwiesen feiern.

SchlossfestspieleBearbeiten

Während der sommerlichen Schlossfestspiele werden im Schlosshof Open-Air-Aufführungen der verschiedensten Art geboten, wie zum Beispiel The Student Prince oder Serenadenkonzerte des Orchesters der Stadt Heidelberg.

Weblinks Bearbeiten



Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Heidelberger Schloss aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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