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Das Deutsche Zweirad- und NSU-Museum in Neckarsulm befindet sich im Deutschordensschloss und wurde 1956 eröffnet. Es zeigt eine umfangreiche Sammlung von den Anfängen des Fahrrades über historische Motorräder bis hin zu modernsten Rennmaschinen. Mit rund 400 Ausstellungsstücken ist es die größte historische Sammlung dieser Art in Deutschland. Eine Sonderausstellung dokumentiert außerdem die Geschichte der ehemaligen Firma NSU, die seit 1880 eng mit der Geschichte Neckarsulms verbunden ist.

Dauerausstellungen Bearbeiten

Fahrrad-Abteilung Bearbeiten

An 40 Modellen wird die Entwicklung des Fahrrades dokumentiert. Angefangen von der ersten Versuchen des badischen Forstmeisters Karl Friedrich Freiherr Drais von Sauerbronn, der 1817 seine Laufmaschine konstruierte. Über die wesentliche Weiterentwicklung des Franzosen Ernest Michaux, der die bisherige Laufmaschine mit einer Tretkurbel im Vorderrad in dauernder gleichmäßiger Bewegung hielt. Und der weiteren Verbesserung zum klassischen Geschichte des Hochrad, das sich aber als Fehlentwicklung erwies. Bis hin zum entscheidenden Entwicklungsschritt des Engländers James Starley, der 1884 das Urmodell unserer heutigen Fahrräder konstruierte, indem er den Antrieb auf das Hinterrad verlagerte und die Tretkurbel über verschieden große Zahnräder mit einer Kette verband. Diese Entwicklung ist in der Fahrradabteilung vollständig dargestellt und wird durch verschiedene andere Exponate, wie zum Beispiel Kleidung aus dieser Zeit, Kinderräder, Dreiräder, Holländer und Spielzeug aus dieser Epoche ergänzt.

Motorrad-Abteilung Bearbeiten

In der Motorrad-Abteilung sind über 250 Motorrad-Oldtimer aller bekannten Hersteller der Welt zu sehen. Der sogenannte "Reitwagen" von Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach war das erste Zweirad mit Verbrennungsmotor, welchen sie 1885 in ein zweirädriges Holzgestell einbauten. Das Museum zeigt einen Nachbau dieses "Ur-Motorrades". Zur selben Zeit hatte Carl Benz in Mannheim seinen dreirädrigen Motorwagen vorgeführt. In folgenden Jahren experimentierten die Brüder Heinrich Hildebrand|Heinrich und Wilhelm Hildebrand zusammen mit Alois Wolfmüller und dem Mechaniker Hans Geisenhof an motorgetriebenen Fahrzeugen. Sie konstruierten 1894 in München ein Zweirad mit Rohrrahmen, in das ein liegender Zweizylindermotor eingebaut war. Wolfmüller und Geisenhof erhielten für dieses Fahrzeug das Patent, in dem erstmals der Name "Motorrad" erwähnt wurde. Dies war das erste serienmäßig hergestellte Motorrad der Welt. Im Museum kann man das Original des Versuchsmodells von 1893 und eines der ersten Serienmotorräder besichtigen. Die weitere Entwicklung des Motorrads führte über die Stationen des 1901 gebauten "Neckarsulmer" der NSU-Werke AG, und des 1921 herausgebrachten "Reichsfahrtmodell" von DKW bis hin zu Modellen vieler bekannter und klangvoller Namen: Adler, AJS, BMW, DKW, Douglas, Hercules, Honda, Horex, Husqvarna, Kawasaki, Kreidler, Maico, Mars, Megola, Norton, Opel, Puch, Standard, Triumph, Victoria, Vincent, Wanderer, Windhoff, Yamaha, Zündapp, die im Museum zu besichtigen sind.

Rennmotorräder Bearbeiten

Besondere Schmuckstücke der Sammlung sind die über 40 Rennmaschinen, Geländesportmotorräder und Weltrekordfahrzeuge. Besonders fallen dabei die Kompressor-Boliden aus den 1930-er und 1940-er Jahren von BMW, DKW und NSU auf. Diese und andere Raritäten wurden von Spitzenkönnern wie Tom Bullus, Georg Meier, Heiner Fleischmann, Wilhelm Herz, H. P. Müller, Werner Haas, Dieter Baum, Toni Mang, Manfred Herweh und vielen anderen gefahren.

NSU – Geschichtliche Abteilung Bearbeiten

Das Unternehmen von Christian Schmidt und Heinrich Stoll, das 1880 nach Neckarsulm verlegt wurde, produzierte zunächst Strickmaschinen. Die schwäbischen Tüftler erkannten aber die Zeichen der Zeit und stellten ab 1886 Fahrräder und ab 1901 Motorräder her. NSU wurde nach dem 2. Weltkrieg die größte Motorradfabrik der Welt. 1955 erreichte die Produktion mit 350000 motorisierten Zweirädern den absoluten Höhepunkt. Nach der Zweirad-Krise 1956/1957 begann man neu mit dem "NSU-Prinz", der recht erfolgreich war. Die Ingenieure von NSU brachten immer wieder neue Ideen auf den Markt, so entwickelte zum Beispiel Felix Wankel im Auftrag von NSU den Kreiskolbenmotor. Dieser wurde zum Beispiel im legendären NSU Ro 80 eingebaut. 1969 fusionierte NSU mit der Auto Union GmbH zur Audi NSU Auto Union AG, die heute noch unter dem Namen Audi AG erfolgreich Autos produziert. Anhand von mehr als 50 Ausstellungsstücken wird die Geschichte der ehemaligen Firma NSU dokumentiert. Dabei wird dem Besucher verständlich, warum die Geschichte von NSU und Neckarsulm über ein Jahrhundert so eng miteinander verflochten ist.

WeblinksBearbeiten

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