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Die Burgruine Rotenhan liegt etwa 2 km nördlich von Ebern über dem Ortsteil Eyrichshof im Landkreis Haßberge in Unterfranken.

Die Anlage ist der Stammsitz der Freiherren von Rotenhan, in deren Besitz sie sich noch heute befindet.

GeschichteBearbeiten

Die Familie von Rotenhan wird 1190 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Zu dieser Zeit muss die Burg also schon bestanden haben. Der Name Rotenhan dürfte sich von „gerodeter Haag“, Hain ableiten. Manche Forscher halten auch eine Ableitung von dem Flüsschen „Rodach“ für denkbar. Mit dem roten Hahn, den das Geschlecht als Helmzier führt, hat der Name sicherlich nichts zu tun. Die möglicherweise ehemals edelfreien Rotenhan waren Dienstmänner des Bistums Bamberg. Die erhaltenen Bauformen legen einen Ausbau der Burg in spätromanisch-frühgotischer Zeit nahe (Spitzbogenportal am Treppenaufgang).

Im Jahre 1323 belagerte der Würzburger Bischof die Burg Rotenhan angeblich etwa ein Jahr lang unter dem Vorwand der Falschmünzerei. Die in der Nähe der würzburgischen Stadt Ebern gelegene bambergische Burg war wohl ein Stachel im Fleisch des Hochstiftes. Nach der Eroberung wurde die Veste zerstört und durfte nie wieder aufgebaut werden. (Vertrag von 1324). Die Familie von Rotenhan erbaute sich später ihren neuen Wohnsitz im Tal unterhalb der Burg (Schloss Eyrichshof).

Die Burgruine ist eine der wenigen echten Felsburgen Deutschlands. Da die Anlage bereits im 14. Jahrhundert zerstört wurde, sind nur noch geringe Reste von aufgehendem Mauerwerk zu sehen. Ihre Bedeutung erlangte die Burg vor allem wegen der ungewöhnlich weitgehenden Einbeziehung des natürlichen Felsuntergrundes in die Konstruktion. Fünf mächtige, eng beieinander stehende Sandsteinblöcke wurden durch Mauern verbunden. Das Haupttor wurde in den mittleren Block der Südwestseite eingearbeitet. Der bekannte Burgenforscher Joachim Zeune sieht allerdings in diesem Torbau nur die Nebenpforte. Er verlegt das Haupttor rechts daneben in den Zwischenraum zwischen dem Tor- und dem kleineren Südwestfelsen. Wegen des beträchtlichen Niveauunterschiedes zwischen Burghof und diesem Zwischenraum ist dies aber eher zu bezweifeln. Außerdem hätte das Haupttor dann an der schwächsten Stelle der Kernburg gelegen. Die Treppenanlage des Torgebäudes wurde komplett aus dem Sandstein herausgeschlagen. Auch die anderen Felsblöcke zeigen großflächige Abarbeitungen für Fundamentbänke und eine Tankzisterne. Im ehemaligen Burghof hat sich noch der gemauerte Brunnenschacht erhalten. Hangabwärts war der Felsburg offenbar eine geräumige Vorburg vorgelagert (Wallreste), bergseitig ist die Anlage hufeisenförmig von einem flachen Halsgraben umgeben.

Wegen ihrer außergewöhnlichen Bauweise und der eindrucksvollen Felsformationen ist die Burgruine einem regen Esoterik- und Okkultismustourismus ausgesetzt. Die Anlage gilt in diesen Kreisen als prähistorischer „Weltkulturplatz“. Die Burg wird ähnlich der Nachbarburg Burg Lichtenstein mit Anlagen wie etwa den Externsteinen oder gar Stonehenge auf eine Stufe gestellt. Dies geschieht in völliger Verkennung der historischen Tatsachen: Die Burg Rotenhan ist eindeutig eine hochmittelalterliche Burganlage. Für eine frühere Verwendung als heidnischer Kult- und Opferplatz gibt es keinerlei Anhaltspunkte.

Die Burgruine ist eine Station des Burgenkundlichen Lehrpfades des Landkreises Hassberge.

WeblinksBearbeiten



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